Felanitx erleichtert die Erweiterung von Fincas auf dem Land

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Geschrieben von Sandra am 20.10.2021

Finca Bauboom im Südosten der Insel

Dem ländlichen Raum auf Mallorca steht ein regelrechter Bauboom bevor – das befürchten zahlreiche Umweltschützer. Dass ausgerechnet im Südosten der Insel in der Theorie noch so viel gebaut werden könnte, beunruhigt Umweltschützer auch aus einem anderen Grund: Dieser Teil der Insel ist in den vergangenen Monaten deutlich attraktiver geworden. Seit die Landstraße von Llucmajor nach Campos zur vierspurigen Schnellstraße ausgebaut ist, nimmt das Interesse von Bauherren an dieser Ecke der Insel sprunghaft zu. Die Fahrtzeit nach Palma hat sich durch den Ausbau deutlich verringert, gleichzeitig liegen die Preise für Immobilien noch lange nicht auf dem Niveau des Südwestens der Insel.

Und dass die Befürchtungen nicht ganz grundlos sind, das zeigen Entwicklungen etwa in der Gemeinde Felanitx, die jüngst einen neuen Raumordnungsplan vorgestellt hat und damit Bauprojekte im ländlichen Raum vereinfachen will. Die Änderung fällt just mit einer hohen Nachfrage nach Baugenehmigungen in der Gemeinde zusammen. Laut der Umweltschutzorganisation Terraferida ist damit in Felanitx ab Inkrafttreten des neuen Plans – ein konkreter Zeitpunkt ist bisher noch nicht abzusehen – auf 158 zusätzlichen Parzellen Bautätigkeit möglich. Auf 120 Grundstücken dürfte überhaupt erstmals gebaut werden, auf weiteren 38 könnten nachträglich Gebäude erweitert werden. Die Parzellen waren seit der Verabschiedung des letzten Raumordnungsplans 1969 geschützt. Damit hatte Felanitx den ältesten Plan General in ganz Spanien.

Zu groß angelegte Parzellen im Raum Felanitx (lt. Bürgermeister)

Im Rathaus von Felanitx sieht man keine Gefahr für den ländlichen Raum. Bürgermeister Jaume Monserrat, der der bürgerlichen Regionalpartei El Pi angehört, verweist darauf, dass die Reduzierung der Mindestgröße für einen Neubau nur einer Angleichung an die Vorschriften in den anderen Gemeinden der Insel gleichkomme. Wie er der MZ sagt, stimme die Grundstücksgröße von 15.000 Quadratmetern nicht mit den traditionellen Flächeneinheiten auf Mallorca überein, wo man üblicherweise in sogenannten quarterades gemessen hat. Und die auf der Insel übliche Fläche für eine Bebauung im ländlichen Raum seien nun einmal zwei quarterades, exakt 14.200 Quadratmeter. Monserrat argumentiert zudem, dass der ländliche Raum durch Vorgaben aus dem Jahr 2002 bereits gesondert geschützt sei. In den vergangenen 25 Jahren seien auf Mallorca 10.000 Lizenzen im ländlichen Raum vergeben worden, warnen indes die Umweltschützer von Terraferida. Und bei fast allen ging es um große Einfamilienhäuser mit Pool. Durch die Bautätigkeit außerhalb der Ortskerne könnte laut Einschätzung der Aktivistendie landwirtschaftliche Fläche inselweit um 25 Prozent schrumpfen. Die Umweltschützer befürchten den Verlust von Anbauflächen und damit eine größere Abhängigkeit von Lebensmittellieferungen sowie den Verlust von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft. Die hohe Nachfrage nach Baugenehmigungen, gerade im ländlichen Raum, bestätigte der MZ zuletzt auch ein Mitarbeiter der Abteilung für Raumplanung im Rathaus von Felanitx. „Wir haben seit Beginn von Corona rund 300 Bauanträge im Jahr. Das ist vor dem Hintergrund der Krise, in der wir uns ja befinden, unfassbar viel.“ In der Gemeinde Felanitx gehe es derzeit, wie in den anderen Orten im Südosten von Mallorca, fast ausschließlich um den Bau von Einfamilienhäusern. Jaume Monserrat indes will das Thema nicht auf Felanitx begrenzt sehen. „Es gibt hier bei uns keinen Druck auf die Verwaltung, weder von Käufern, noch von Bauträgern. Felanitx geht es da nur genauso wie dem Rest der Insel.“ Es gebe nun mal inselweit hohe Nachfrage nach Bauland.

Dass er damit zumindest nicht falsch liegt, zeigt ein Anruf in der Nachbargemeinde Campos. Auch dort bestätigt eine Mitarbeiterin im Rathaus: „Es werden derzeit sehr viele Einfamilienhäuser geplant.“ Und vor allem seien es Fincas auf dem Land.

Quelle: Mallorca Zeitung

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